Stellen Sie sich vor, sie haben einen kleinen Welpen. Sie müssen zum Briefkasten, weil Sie wichtige Post erwarten und lassen den kleinen kurz alleine in der Wohnung.
Als Sie zurückkommen, kaut Ihr Welpe genüsslich auf dem Wildlederschuh, den Sie sich gerade erst geleistet haben. Was tun Sie?
Sie nehmen dem Hund den Schuh weg, schimpfen ihn vielleicht und möchten ihm irgendwie erklären, dass das Herumkauen auf einem Ihrer Schuhe nicht erlaubt ist.
Wenn es gut läuft geben Sie Ihrem Schützling also einen liebevollen und klaren Rahmen für sein Handeln vor, bieten vielleicht sogar eine Alternative zum zuvor destruktiven Verhalten (Z.Bsp. einen Kauchknochen), so dass sie sich beide wohl fühlen können.
Was Ihnen beim Welpenbeispiel voraussichtlich noch völlig logisch erscheint, können wir in einen Bezug setzten zu dem, was Ihr Gehirn mit Ihnen im Alltag so veranstaltet.

Was machen Sie, wenn Ihnen Ihr Gehirn vorgaukelt, dass es ja mittlerweile wirklich genug Beweise gibt, dass Sie z.B. nicht clever genug, nicht liebenswürdig, nicht schwingungsfähig oder was auch immer (nicht) sind und es auch genauso verdient haben und damit jetzt halt leben müssen bis zum Sankt Nimmerleinstag?
Oder was machen Sie mit Ihrem Gehirn, wenn dies ihnen wieder einmal ein Schnippchen schlägt und deshalb z.B. die (Hirn)Faulheit siegt und Sie vor dem Fernseher landen, statt mit dem Buch in der Hand?

Höchst wahrscheinlich bäumen Sie sich kurzzeitig innerlich gegen den Gedanken oder die eigentlich ungewünschte Handlung auf und nehmen es dann doch hin. Vielleicht glauben Sie wirklich daran, dass Ihr Gehirn recht hat, vielleicht auch nicht.

Wie viele paar Schuhe würden Sie sich von Ihrem Welpen zerkauen lassen? Und wird das Abgewöhnen dieser ungeliebten und teuren Eigenschaft schwerer oder einfacher, wenn Ihr Welpe bereits 20 oder 30 Paar Schuhe zerkaut hat ohne eine liebevolle Begrenzung von Ihnen zu erfahren?
Je öfter ihr Gehirn damit durchkommt, desto tiefer verankert sich der „Glaubenssatz“, dass es wirklich so ist und auf keinen Fall anders gehen könnte. Es sammelt förmlich die Beweise und wedelt vor Ihrem inneren Auge damit herum, wenn Sie es doch einmal anders probieren wollen.

Die Gute Nachricht ist, dass Glaubenssätze überprüft werden können und Sie sich so sozusagen an den eigenen Haaren aus dem Schlamassel ziehen können.
Im Coaching spricht man von „Selbstführung“ und wird mittlerweile wie der heilige Gral für Führungskräfte gehandelt, denn ohne konstruktive Selbstführung der Führungskraft wird auch das Team nie die volle Wirkungskraft entwickeln.

Achten Sie doch einmal 2 Stunden darauf, was Sie hinter den (Gehirn-)Kulissen so treiben, während Sie Ihr Alltagsleben führen und fragen sich immer wieder neu: ist es gerade mein innerer Welpe, der hier die Entscheidungen trifft, oder zeige ich gerade die SelbstFührungsKraft einer Raubkatze auf der Jagd.

Und je öfter Sie dem Welpen das Gegenteil beweisen, desto stärker wird ihre konstruktive Kraft, desto leichter etablieren Sie neue Gewohnheiten und so wachsen über sich selbst hinaus.